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In Extremo Live 2010
11.09.2010
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Aufs Leben


Sorry I never told you all I wanted to say now it´s too late to hold you cause you are far away, ao far away. Never had I imagine living without your smile feeling, knowing you hear me it keeps me alive.

Verzeih! Dein Todestag ist vorüber, doch ich habe es noch nicht geschafft, dich wieder zu besuchen. Ich kann den Schmerz in mir noch nicht ertragen, versuche ihn noch immer zu unterdrücken. Du standest mir näher als meine Mutter es je konnte. Und noch immer spüre ich den Verlust, die Leere in mir. Ich weiß nicht, wie lange ich dich noch so sehr vermissen werde. Mir fehlt der Antrieb, der Ansporn. Der Wille weiter zu kämpfen.

Du gabst mir den Mut gegen den Strom zu schwimmen. Du warst immer der sichere rettende Hafen. Doch jetzt habe ich den weg verloren. Ich fühle, wie die Wellen über mir zusammenschlagen und habe Angst. Warum musstest du gehen? Warum so plötzlich, so unerwartet? Hättest du nicht noch eine Ewigkeit warten können? Warum ausgerechnet du?

An dem Tag, an dem du starbst, haben wir Kay gesehen. Beim Einkaufen für Weihnachten. Es war so ein schöner Tag gewesen, doch jetzt liegt darauf für immer ein Schatten. Es kann nie wieder ein unbeschwerter Tag für mich werden, nie wieder ein reiner Tag.
Als ich wusste, dass du tot warst, habe ich von dir geträumt. Ich saß bei dir in der Küche am Tisch, als du plötzlich vom Stuhl rutschtest. Du bekamst keine Luft mehr und ich musste hilflos mit ansehen, wie du an deinem Essen ersticktest. Ich wusste damals noch nicht, wie du gestorben bist, aber dieses Bild hat sich in mir eingebrannt. Erst zwei Wochen später erfuhren wir, dass du in der Nacht an deinem Erbrochenen erstickt bist.

Ich hätte dich so sehr gebraucht. Gerade im letzten Jahr. Seit du tot bist, träume ich von Dingen, die später passieren. Ich bräuchte dich, um zu verstehen, was mit mir geschieht. Um damit umzugehen. Das Bild meines Sohnes quält mich. Das Bild eines Kindes, das nie existieren wird. Das es nur in meinen Träumen gibt. Wie sehr sehne ich mich nach Ruhe, nach meinem Seelenfrieden. Wie sehr fehlt mir doch deine Zuversicht und Stärke, dein Vertrauen und dein unerschütterlicher Glaube.
Ich hoffe, ich werde es bald schaffen, an dein Grab zu gehen. Ich hoffe, ich werde meinen Weg finden und einen Menschen, der mich liebt. Doch im Moment zerbricht die Welt um mich herum.

Verzeih, dass ich nicht so stark bin, wie du immer dachtest! Dass ich Jemanden brauche, der mich auffängt. Wenn du mich nur noch einmal umarmen könntest. Wenn ich nur noch einmal deine tröstenden Worte hören könnte. Glaube mir, ich versuche das Beste aus meinem Leben zu machen. Jeden einzelnen Tag. Auch wenn es schwer fällt. Auch wenn ich keine Heimat mehr habe.
Alle zwei Wochen lebt die Erinnerung an dich neu auf. Immer dann, wenn ich eine Zeitschrift ausliefere an eine Frau mit demselben Nachnamen wie du. Sie wohnt wie du im ersten Stock links. Erst, wenn mir diese Zeitung nichts mehr ausmacht, weiß ich, dass ich die Erinnerung an dich ertrage. Dass ich dich besuchen kann und mein Leben weiter geht.

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