 |
| Am goldenen Rhein - jetzt überall erhältlich |
 |
|
 |
 |
| Community |
 |
One Night Only
Donnerstagabend. Wie immer an diesem Tag fährt sie zum Tanzen in den Norden Berlins. Es tut ihr gut, sich mit den anderen zu bewegen, abzuschalten. Zugegeben, es forderte sie nicht so sehr wie die Standardtänze, die sie früher gelernt hatte. Sie konnte hier auch nicht ihre Leidenschaft so ausleben wie vorher bei Salsa, Samba und Streetdance. Aber DAS HIER konnte sie sich leisten. Und neben der Bewegung, die sie nicht missen wollte, waren hier Freunde zum Reden. Menschen, denen sie etwas bedeutete. Was machte es da, dass es „nur“ Square Dance war? Ein mit Klischees behafteter Tanzstil. Sie tanzten vorwiegend nach Popsongs, ab und an zu Techno, Rock und nur selten zu Country, was die meisten neugierigen Besucher überraschte. Denn was die Leute sich immer unter Square Dance vorstellten, war eigentlich unter den Namen „Traditional“ oder „Contra“ bekannt. Feste Figurenabfolgen, die teilweise an die Tänze früherer europäischer Höfe erinnerten. Doch dieser Tanz war mehr, und man konnte Spaß dabei haben. Erst beim letzten öffentlichen Auftritt war sie gefragt worden, ob sie Spanierin sei. Sie tanzte leidenschaftlich gern, wenn auch lieber für sich allein. Sie fühlte die Musik, tauchte in sie ein und lebte sie in jeder einzelnen Bewegung aus. Das war es auch, was sie beim Square Dance hielt. Die Sicherheit, alle einzelnen Figuren zu können, die im Tanz vorkommen konnten, gab ihr die Möglichkeit, sich ganz fallen zu lassen und einfach nur zu fühlen. Ganz sie selbst zu sein. In diesen Momenten war sie ehrlich, unabhängig von ihren Erfahrungen und ihrer Vergangenheit. Sie tankte beim Tanzen die Kraft, die ihr sonst so sehr fehlte. Den Mut, den sie brauchte, um sich dem Leben zu stellen, so schmerzhaft es auch war. Und jeden Donnerstagabend, wenn sie nach dem Tanzen wieder nach Hause in den Osten Berlins zurück fährt, hat sie genug Energie und Zuversicht für all die Dinge, die auf sie warten. Genug Selbstvertrauen, ums ich den Problemen zu stellen und sie zu meistern. Und das alles nur dank eineinhalb Stunden Musik.
|
|
< Zurück zur Übersicht
|

|
 |
 |
| Community-links: |
 |
|